Daggis Leben





20 März 2004

 
Leider schon wieder vorbei....

Ein letztes Mal LitCologne dieses Jahr: Axel Hacke präsentierte sein Buch Deutschlandalbum in der Königin-Luise-Schule, schöne Geschichten über Deutschland bzw. das, was uns Deutsche ausmacht, zum Teil besinnlich, zum Teil zum Schmunzeln. Bei der anschließenden Fragerunde amüsierte er uns mit seinen schlagfertigen Antworten.

Unser Resumé: Die LitCologne bot auch dieses Jahr einem breiten Publikum ein ausgesprochen vielseitiges und anspruchsvolles Programm. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.

Morgen dagegen werden wir uns erst einmal den noch verbliebenen Baustellen in unserer Wohnung widmen.


posted by Dagmar at 21:49

19 März 2004

 
Litcologne - eine Kurzfassung:

Wie Daniel schon geschrieben hat, waren wir Mittwoch bei Dominique A. (in dem Zusammenhang möchte ich unbedingt noch einmal auf meine CD-Tipps hinweisen), sehr angenehme Musik, französische Chansons, brilliante Stimme, nur ein paar Lieder waren für meinen Geschmack etwas zu rockig. Interessant fand ich vor allem die Technik, wie er Gesang, Instrument und Computer miteinander kombinierte. Störend fand ich lediglich die zwei Frauen vor uns, die sich offensichtlich schon länger nicht mehr gesehen hatten und während des Konzerts den neuesten Klatsch und Tratsch austauschen mußten. Wären sie doch besser in ein Café gegangen.

Am Donnerstag fand im Limelight eine gemeinsame Lesung von Nick Hornby und Julie Orringer statt. Während der Moderator - Charlotte Roche fiel krankheitsbedingt leider aus - denkbar schlecht war und eher wie ein spießiger Schulmeister wirkte, gefiel mir die Lesung von Julie Orringer (besonders ihre sehr angenehme Stimme), die aus ihrem Debütroman How to Breathe Underwater eine spannende, aber auch sehr beklemmende Geschichte über zwei Geschwister las, ausgesprochen gut. Und Nick Hornby? Tja, muß wohl sehr gut gewesen sein. Leider konnte ich das nur noch dem lauten Beifall entnehmen, der mich am Ende seiner Lesung aus dem Schlaf riß. Das soll aber nun nicht heißen, daß mir seine Geschichte Otherwise Pandemonium (bisher nur in einer amerikanischen Literaturzeitschrift veröffentlicht) nicht gefallen hätte, keineswegs, sondern daß ich aufgrund unseres Umzugs immer noch an akutem Schlaf- und Energiemangel leide. Sehr schade, daß ausgerechnet diese Lesung darunter leiden mußte.

Heute war nun in der Universitätsklinik eine sehr kurzweilige Lesung von Robert Gernhardt angesagt. In der Bahn schmökerte ich kurz in seinen Prosamen. Schon auf der 2. Seite kamen mir die Tränen vor Lachen, so daß ich das Buch schnell wieder zuklappte. Die Leute um mich herum fingen ja schon an, irritiert zu kucken.

Nach der Lesung konnte man sich beim Meister selber seine mitgebrachten Bücher signieren lassen. Tobi, der alte Schwabe, hatte uns leider nur die Reclamfassung der Prosamen geschenkt (ja genau, die kleinen gelben Bücher, die wir früher immer in der Schule lesen mußten). Leider hinderte das Daniel nicht daran, mich gegen meinen Willen mitten in die Schlange der Wartenden zu schieben. Lieber hätte ich mich dort mit einer leinengebundenen Fassung mit Lederrücken angestellt. Immerhin besitze ich nun ein von Robert Gernhardt persönlich signiertes Reclamheft, mal ehrlich, wer hat sowas noch im Bücherregal stehen?

Morgen abend lauschen wir noch Axel Hacke und danach ist für uns die diesjährige Litcologne leider wieder vorbei. Danach geht es weiter mit Anekdoten zu unserem Umzug.


posted by Dagmar at 22:55

 
Deppenleerzeichen | Alleinstellungsmerkmal: "Als ob es noch nicht ausreichen würde, dass der Deppen-Apostroph die geschriebene Sprache verschandelt - nein, die Marketing-Experten der großen Firmen und Organisationen schrauben die Verstümmelung der deutschen Sprache jetzt noch eine Stufe höher: mit dem Deppen-Leerzeichen...."

sehr nett :-)

übrigens ist das blog nicht stillgelget, wir sind nur im litcologne stress - gestern hornby vs. orringer, vorgestern dominique a., heute robert gernhardt, am samstag dann axel hacke.
daggi wird noch ausführlicher berichten.


posted by Daniel at 09:53

16 März 2004

 
Mehr Viren am als im PC: "Am Arbeitsplatz im Büro nisten angeblich mehr Krankheitserreger als auf der Toilette. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Universität des US-Bundesstaates Arizona. Demnach sind auf der Computertastatur, der Maus und dem Telefon bis zu 400 Mal mehr Mikroben zu finden als auf dem Toilettensitz....."

posted by Daniel at 23:37

 
Heute gibt es zur Abwechslung mal eine andere Geschichte, die ....nun ja, fast .... nichts mit unserem Umzug zu tun hat.

Am letzten Arbeitstag vor unserem Umzugsurlaub nahm mich ein Kollege mit nach Hause, da er ganz in meiner Nähe wohnt. Wohnte. Also damals noch. Weil er noch zum Metzger mußte, ließ er mich in der Zülpicher Straße aussteigen. Eigentlich wollte ich die letzten Stationen mit der Bahn fahren. Ich machte mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle, in Gedanken schon bei der nächsten Umzugskiste, die ich packen wollte, als ich plötzlich leises Kinderweinen vernahm. Nun kann ich ja durchaus meine Ohren zuklappen, was bockiges Kindergeschrei angeht. Das geht allerdings auf keinen Fall, wenn es nach echtem Kinderkummer klingt. Spätestens das jämmerliche 'Mama, Mama' ließ mir keine Ruhe. In einem alten Golf am Straßenrand entdeckte ich ein kleines, vielleicht 2- oder 3-jähriges Mädel, alleine auf dem Beifahrersitz des Wagens in seinem Kindersitz angeschnallt und bitterlich weinend. Von Mama weit und breit keine Spur. Eine ältere Frau blieb neben mir stehen, blickte auf das Kind, schüttelte den Kopf und meinte empört: 'Sowas kann man doch nicht machen!' - und lief eilig weiter.

Nein, das kann man nicht machen, dachte ich auch. Etwas ratlos lief ich auf das Fahrzeug zu. Die Kleine hörte augenblicklich auf zu weinen und schaute mich mit großen Augen an. Immerhin war das Dachfenster einen Spalt geöffnet. Also fragte ich das Mädchen, wo denn seine Mama sei. Daraufhin wies sie stumm in die entgegengesetzte Richtung, wo ich unter anderem einen Kinder-Secondhand-Laden entdeckte. Könnte passen. In dem Laden angekommen, fragte ich in die Runde, zu wem das kleine Mädel in dem blauen Golf gehören würde. Eine junge Frau antwortete: 'Ach, ist das Meine, die da so weint...' und verließ eilig den Laden. Ich war echt sprachlos.

Nachdem das Kind nun wieder bei seiner Mama war, setzte ich meinen Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle fort. Keine hundert Meter weiter hupte es hinter mir - war mein Kollege, der mittlerweile auch sein Abendessen eingekauft hatte. Der staunte nur: 'Sag mal, Du bist ja nicht weit gekommen?' Ich grinste: 'Nee, mußte kurz ein kleines Kind retten.'

Und in Gedanken war ich schon wieder beim nächsten Umzugskarton.


posted by Dagmar at 23:09

15 März 2004

 
Und weiter geht's mit Erzählungen zu unserem Umzug

Die erste unangenehme Überraschung erlebten wir am Sonntag, als wir uns mit Sieglinde und Wolfgang in die neue Wohnung aufmachten. Die neu eingebaute Heizung lief nicht und der Wohnung fehlt der zugesagte Kellerraum. Bei nächtlichen Minusgraden traf uns die defekte Heizung zunächst noch etwas härter, zumal wir auch kein warmes Wasser hatten (ebenfalls ein Grund, warum wir auf das Duschen verzichteten).

Tagsüber ließ es sich noch aushalten, da einem beim Arbeiten doch wieder warm wurde. Nachts half nur noch, sich mit Schlafanzug, Decke und warmen Socken dick einzupacken. Daniel hatte seine Laufsocken eingepackt - warum auch immer, sicher nicht zum Joggen - aber bei den Temperaturen hatte ER wenigstens warme Füße.

Die defekte Heizung sollte uns noch eine Weile beschäftigen; der Heizungsfachmann war immerhin von Montag bis Freitag jeden Tag bei uns. Seit Freitag läuft nun auch die Heizung, genau passend zum herrlichsten Sonnenschein, der unsere Wohnung - bei voll aufgedrehter Fußbodenheizung - ordentlich aufheizte. Und diese Woche soll es nun 20° geben...


posted by Dagmar at 22:30

14 März 2004

 
Endlich! Der Umzug ist fast geschafft, es sieht wieder einigermaßen wohnlich aus, beinahe alle Kisten sind leer, der Rechner läuft und es kann wieder hemmungslos gebloggt werden. Wir suchen immer noch einen Nachmieter für die alte Wohnung (fast dachten wir schon, wir hätten ein junges Pärchen gefunden, aber nachdem er völlig begeistert war, waren es ihr wohl zu wenig Türen *seufz*) und zu erzählen gibt es einiges. Die ganze Woche war jedenfalls ziemlich anstrengend und fast bin ich froh, wenn ich morgen wieder 'normal' arbeiten kann. Das ist dagegen richtig entspannend.

Was uns so die Woche über passiert ist, gibt es nach und nach im Blog zu lesen.

Alles begann letztes Wochenende. Nachdem ich schon in der Woche davor die ersten Kisten gepackt hatte, rückten am Freitagabend sowohl Daniel (jawoll, sogar im Anzug mit Krawatte) und unsere superfleißigen Helfer Sieglinde und Wolfgang ein. Ohne die beiden säßen wir heute sicher noch zwischen unseren über 100 Umzugskartons. Allerdings wäre mir wohl ein Strafzettel in Höhe von 70 Euro erspart geblieben, aber dazu später *g*

Grundsätzlich würde ich mich ja als ausgesprochen eitel bezeichnen, aber bereits am Samstag wurde mir klar, daß ich aus Zeitgründen andere Prioritäten setzen sollte. So blieb zunächst nur das Schminken, später dann auch das Frisieren und am Schluß sogar das Duschen und Haarewaschen etwas auf der Strecke. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal (oder ob ich mich jemals) in einem solchen Aufzug vor die Türe gewagt habe. Egal, kennt mich ja keiner hier. Dachte ich. Als wir abends essen gingen, trafen wir als allererstes Daniels Kollegen.

Die Verhandlungen über die Höhe des Schweigegeldes laufen noch.


posted by Dagmar at 21:39

 

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